Teile und herrsche: Kleine Systeme für grosse Architekturen
von Stephan Kraus, Guido Steinacker, Oliver Wegner

Ein System = ein Team, wenige Richtlinien und viel Freiheit, Eigenverantwortung statt Governance, schlanke Integration über den Web-Standard REST, das Teilen eines großen Problems in viele kleine Probleme sowie permanente Veränderung, statt Angst vor dem großen Release.

In der Ausgabe September/Oktober 2013 des Magazins OBJEKTspektrum haben wir zum Schwerpunktthema „leichtgewichtige Architekturen“ einen Artikel über unsere neue E-Commerce-Plattform LHOTSE geschrieben.

Als in unserem Bereich die Ziele für einen neuen Onlineshop OTTO.de diskutiert wurden, war klar, dass die bestehenden Systeme der Produktdatenversorgung, sozusagen die Lebensader des Shops, „out-of-the-box“ nicht in der Lage sein würden, die nichtfunktionalen Ziele für den Shop mit zu erfüllen. Wieso? Unsere aktuelle Produktdatenversorgung exportiert auf Basis von Datenbanklinks massenhaft Daten, im wesentlichen als Vollexporte (Full Export), zwischen zwei Oracle-Datenbanken. Dabei wird zur Exportlaufzeit jede Menge Geschäftslogik („Business Rules“) ausgeführt, so zum Beispiel die Ermittlung, ob ein Artikel überhaupt exportierfähig für den Onlineshop ist, oder die Bestimmung von Anzeigereihenfolgen der Produkte auf unseren Produktlisten. Und das kostet Zeit.