Das OTTO IT-Bootcamp: Ein Kampf gegen mangelnde Berufsschulbildung

Als ich im August 2012 meine Ausbildung zum Fachinformatiker bei OTTO begann, startete ich hoch motiviert und mit ebenso hohen Erwartungen in die Ausbildung. Doch durch eine Berufsschule, welche außer Unterrichtsausfall, festgefahrenen Lehrern und einem Rahmenlehrplan von 1997 nichts zu bieten hat, ließ das Motivationstief leider nicht lange auf sich warten.

Damit stellte ich keinen Einzelfall dar, was folgende Fragen aufruft: Wie kompensiert man die Wissenskluft zwischen veraltetem Rahmenlehrplan und einer sich immer schneller entwickelten IT-Welt? Wie kann man das Potential einer E-driven-Company nutzen um zukünftigen IT-Azubis eine individuelle, verantwortungsvolle und zeitgemäße Ausbildung zu bieten?


IMG_4527Anfang letzten Jahres bekam ich die Möglichkeit einen Einsatz abseits der vorgesehenen Einsatzplanung eines IT-Azubis zu absolvieren. Wo? Direkt dort, wo ich meinen Teil dazu beitragen kann, um erwähnte Fragen zu lösen. Im Ausbildungsteam bei meiner Referentin Anne Schierholz. Nach einer Ist-Soll-Analyse und diversen Recherchen kristallisierten sich fünf essentielle Punkte heraus: VerantwortungVertrauenFreiheitFeedback und Reflexion. Um Unterstützung zu erhalten kontaktierte ich fest angestellte IT-Profis von OTTO und traf so unter anderem auf Stephan Kraus, Björn Kaiser, Christian Finckler, Robert Hahn und Benedikt Stemmildt. Nach vielen Terminen, Entscheidungen und großen Überwindungen aller betroffenen Parteien entstand unter meiner federführenden Arbeit das OTTO IT-Bootcamp.


Was ist das IT-Bootcamp nun eigentlich?
Vier Wochen lang durchlaufen die neuen IT-Azubis Talks und Sessions zu diversen IT Themen. In dieser Zeit werden sie nicht nur mit OTTO-spezifischen Inhalten, sondern auch mit IT Grundlagen versorgt und erhalten so vorweg Einblicke in Abteilungen, Aufgaben und ihre zukünftige Ausbildung.

Zu den vermittelten Themen gehören:
Scratch; HTML, CSS, JS; SQL; JAVA; LEGO Mindstorms; ITIL; Architektur der OTTO IT-Landschaft und Gespräche mit Bereichsleitern der OTTO IT. Dabei gestalten sich die Module je nach Thematik anders. Das JAVA-Seminar beispielsweise streckt sich über drei Tage. Während am ersten Tag die Grundlagen wie Variablen, Logik und Kontrollstrukturen vermittelt und durch Übungseinheiten gefestigt wird, gibt es am zweiten Tag eine Einführung in die objektorientierte Programmierung um am dritten und somit letzten Tag das Erlernte in Übungen auf die Probe zu stellen. Während das JAVA-Seminar somit eine aktive Ausrichtung verfolgt, werden in Modulen zu Themen wie beispielsweise „Security“ oder „ITIL“ die Grundlagen durch Profis aus der OTTO-IT in Form von Vorträgen vermittelt. Über konstantes Feedback wird sichergestellt, dass das Vorhaben nach Plan verläuft.

Doch das soll nicht alles sein. Gelerntes Wissen wird über zweiwöchig stattfindende Tutorien vertieft und weiter ausgebaut. So kann vom Unternehmen aufgefangen werden, was die Berufsschule nicht schafft.


Impressionen der Teilnehmer:

IMG_4520„Ich halte das Bootcamp für sehr sinnvoll, weil es von authentischen Leuten gehalten wird, die viel Ahnung von der Materie haben .“ 

„Gute Vorbereitung, gute Kompetenz. Danke, dass ihr euch die Zeit genommen habt.“ 

„Super ist, dass die Dozenten nicht nur theoretisches Wissen haben (wie z.B. an einer Schule), sondern dies auch praktisch umsetzen.“ 

Das gemeinsam Geleistete findet nicht nur auf dem eigenen Campus viel Zuspruch, sondern wird auch von außerhalb honoriert. So konnte ich persönlich im vergangenen Dezember zusammen mit Christian Finckler eine Fachjury im Berlin vom Projekt überzeugen und somit für OTTO den „Human Resources Excellence Award 2014“ in der Kategorie „Konzerne Learning- und Development-Strategie“ gewinnen, womit wir uns gegen die Telekom und Bertelsmann durchsetzen konnten.


Autoren: Sascha Mäder, Benedikt Stemmildt