Pair Programming for Non-Developers

Auf unserem letzten Barcamp habe ich eine halbstündige Session „Pair-Programming for Non-Developers“ gehalten.

Warum das, …also, warum „for Non-Developers“?

Wir setzen hier bei Otto Pair Programming in der Softwareentwicklung ein und ich werde immer mal wieder gefragt warum wir das tun – vor allem auch von Nicht-Entwicklern. Deswegen habe ich mir eine Session überlegt, in der ich Pair Programming für Menschen fühlbar und erlebbar mache, die nicht aus der Softwareentwicklung stammen.

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Basis der Session ist das Spiel „Pair Draw“ welches ich auf http://www.industriallogic.com/blog/pairdraw-2/ entdeckt habe. Bei Pair Draw geht es darum, in 2 x 2 Minuten zwei menschliche Gesichter zu malen. In der ersten Runde alleine, in der zweiten Runde im Paar. Für die zweite Runde habe ich dann noch die Regel „abwechselnd zeichnen“ eingeführt. Nach Ablauf des Spiels gibt es ein „Debriefing“ mit allen Teilnehmern, in dem ich einige Fragen stelle: Wie war das für euch? Was waren die Unterschiede? In welcher Runde sind die kreativsten Ergebnisse entstanden? Welche Runde war anstrengender?

Zur Abrundung der Session gabs nach dem Spiel noch etwas Theorie:

  • Was ist Pair Programming und wie geht es?
  • Warum machen wir Pair Programming?
  • Welche Regeln oder „Best Practices“ gilt es zu beachten?
  • Kann ich das für mich auch nutzen?

Die Antworten zu diesen Fragen gibt es als kleine Slideshow hier zum Nachlesen:

Einige Fragen sind im Plenum natürlich noch aufgekommen, die ich als kurzes Q/A zusammenfassen möchte:

Q: Wir haben bei der ersten Malübung in zwei Minuten zwei Gesichter pro Person gemalt. In der zweiten Malübung in zwei Minuten zwei Gesichter pro Paar. Pair Programming ist also doppelt so teuer, oder?
A: Mit Verweis auf Folie 8 und das Bild links unten mit den beiden Ärzten am Operationstisch, habe ich die Frage mit der Gegenfrage beantwortet, ob es immer um Kosten geht? Es geht auch um Verteilung von Wissen, um Sicherheit und Risikominimierung, um neue Lösungswege und vielleicht auch einfachere.

Q: Wie lange kann man Pair Programming am Tag machen? Ist es nicht irgendwann ermüdend?
A: Ein Best-Practice sagt „maximal dreiviertel des Arbeitstages“. Das hängt sicherlich auch von der aktuell bearbeiteten Aufgabe, der Zusammensetzung des Paars, der Rotationshäufigkeit, usw. ab.

Q: Eignet sich Pair Programming auch zur Einarbeitung?
A: Ja, gerade dann. Hierbei ist zu beachten: Wenn der Wissensstand zu unterschiedlich ist, kann es für den Einen zu schnell und den Anderen zu langsam sein, was zu viel schnellerer „Ermüdung“ führt. An dieser Stelle zählt die Eigenverantwortung der jeweiligen Entwickler und Teams, die für sich selbst festlegen müssen, wie viel Zeit in individuelle Einarbeitung und wie viel Zeit in Einarbeitung im Paar investiert wird.

Wie hättet ihr auf die Fragen geantwortet und welche Fragen habt ihr noch? Schreibt einfach unten euren Kommentar…

Und dann: Probiert es aus!

Stephan Kraus hat über zehn Jahre Erfahrung in der Entwicklung und dem Betrieb von großen Webanwendungen und E-Commerce Sites. Er ist Delivery Unit Manager für den Bereich Product & Search auf otto.de. Seit 2008 beschäftigt er sich mit agiler Softwareentwicklung und Scrum.

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Veröffentlicht in Development, Grundlagen

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